2005 ergriff die Kulturstiftung des Bundes die Initiative für den „Tanzplan Deutschland“ und stellte für seine Realisierung12,5 Millionen Euro zur Verfügung. Basierend auf dem Konzept von Madeline Ritter war Tanzplan Deutschland mit einer kleinen „Kulturrevolution“ angetreten: Stadt, Land und Bund sollten fünf Jahre lang im Rahmen von verbindlichen Kooperationsverträgen zusammenarbeiten, um gemeinsam die Kunstsparte Tanz zu stärken. Unter der Leitung von Madeline Ritter wurde zusammen mit den Tanzschaffenden neue Wege zur kulturpolitischen Durchsetzung künstlerischer Ideen entwickelt und so vor allem die lokalen und regionalen Szenen unterstützt. Mit Hilfe des Match Funding-Prinzips wurden von 2005 bis 2010 insgesamt 21 Millionen Euro für den Tanz mobilisiert. Tanzplan Deutschland wurde international zu einem richtungsweisenden Modellprojekt, u.a. in der Schweiz, in Spanien und sogar in Australien und Neuseeland wurden seinem Vorbild folgend nationale Tanzpläne ins Leben gerufen.
Auch heute noch, über 10 Jahre nach dem Auslaufen von Tanzplan Deutschland, ist die nachhaltige Wirkung dieser Initiative in Deutschland weiterhin sichtbar: neue Studiengänge für Tanz in Frankfurt und Berlin, Spielstätten und Forschungsräume mit Residenzprogrammen für Künstler in Hamburg und Potsdam, herausragende Kompetenzzentren für kulturelle Bildung in Düsseldorf und München, gestärkte städtische und regionale Tanznetzwerke, eine enge Zusammenarbeit aller Tanzhochschulen in Deutschland, die Etablierung der Biennale der Tanzausbildung und anspruchsvolle Programme wie der Tanzkongress Deutschland. Last but not least ist der 2017 ins Leben gerufene TANZPAKT Stadt-Land-Bund eine direkte Fortsetzung der mit Tanzplan Deutschland initiierten kooperativen Kulturförderung, die auch für andere Kunstsparten wegweisend wurde.