Nach dem Ende des Tanzplan Deutschland initiierte die Kulturstiftung des Bundes 2011 die beiden Fonds TANZFONDS ERBE und TANZFONDS PARTNER. Verantwortlich für die inhaltliche Konzeption waren Madeline Ritter, die ehemalige Leiterin von Tanzplan Deutschland und Ingo Diehl, der ehemalige Leiter des Ausbildungsbereichs von Tanzplan Deutschland.
 

Tanzfonds Erbe 

Fonds für künstlerische Projekte zum Kulturerbe Tanz

Von 2011 – 2019 förderte TANZFONDS ERBE künstlerische Projekte, die sich mit dem Kulturerbe Tanz in Deutschland beschäftigten. Bundesweit wurden 60 Projekte unterstützt, mit denen Künstler*innen in sehr unterschiedlichen Formaten – von Ausstellungen über Filme, Webseiten und Symposien bis hin zu Bühnenproduktionen – und mit sehr persönlichen Zugängen die Bedeutung des Tanzerbes heute bearbeiteten. Die Wahl des Sujets war ihnen dabei freigestellt. Die künstlerische Aneignung des Tanzerbes war dabei nicht nur auf die historisch werkgetreue Rekonstruktion beschränkt. Viele Projekte suchten bewusst den historischen Abstand von archivarischen Quellen und Körpergedächtnis für zeitgenössische Aktualisierungen.
Die geförderten Künstler nutzten unterschiedlichste Archive für ihre fundierten Recherchen, arbeiteten eng mit Experten zusammen und trugen darüber hinaus zur Klärung urheberrechtlicher Fragen bei. Die künstlerischen Ergebnisse dieser Prozesse eröffneten dem Publikum den Zugang zu einer lebendigen Tanzgeschichte, die zuvor nur einigen wenigen Experten vorbehalten war. Die entstandenen Produktionen wurden Spielplan-Elemente der beteiligten Theater und Kompanien. Eine 2014 eingerichtete Gastspielförderung für TANZFONDS ERBE Projekte unterstützte zudem die überregionale Sichtbarkeit der Werke.
Um die Ergebnisse des Fonds nachhaltig zu sichern und auch zukünftig Publikum und Wissenschaft zur Verfügung stellen zu können, wurden die Förderprojekte filmisch dokumentiert und im digitalen Archiv www.tanzfonds.de zugänglich macht. Die im Rahmen von TANZFONDS ERBE entstandenen Videomaterialien stellen ein aufwändig aufbereitetes und diverses Wissen zur Verfügung. Die Filmdokumente ermöglichen einen niedrigschwelligen Zugang, ohne Abstriche bei der inhaltlichen Qualität zu machen. Nicht zuletzt dieser Aspekt hat 2016 zur Verleihung des European Union Prize for Cultural Heritage/Europa Nostra Award geführt. Die Jury hat damit zum allerersten Mal das Tanzerbe als Europäisches Erbe anerkannt – gleichauf mit Projekten der Denkmalpflege und Museumspraxis.
Zum Abschluss der neunjährigen Arbeit von TANZFONDS ERBE realisierte die Akademie der Künste, Berlin in Kooperation mit der Kulturstiftung des Bundes und DIEHL+RITTER im August 2019 die Veranstaltungsreihe „Was der Körper erinnert. Zur Aktualität des Tanzerbes“. Der begleitende Reader „Das Jahrhundert des Tanzes“ wurde in gemeinsamer Herausgeberschaft von der Akademie der Künste und DIEHL+RITTER publiziert.
 

Tanzfonds Partner

Fonds für Partnerschaften zwischen Tanzinstitutionen und Schulen

TANZFONDS PARTNER förderte im Zeitraum 2011-2014 deutschlandweit zwölf mehrjährige Partnerschaften zwischen Tanzinstitutionen und allgemeinbildenden Schulen. Die Kunstform Tanz war für Schülerinnen und Schüler im Rahmen des realen Theaterbetriebs erlebbar und erfahrbar – und zwar auf höchstem künstlerischem Niveau.

Entscheidend war die Öffnung der Theater und Tanzinstitutionen für die Schüler: Nicht einzelne Künstler gingen auf pädagogische Stippvisite in die Schulen, sondern die Schüler suchten die Künstlerinnen und Künstler an ihren Proben und Wirkungsstätten auf. So lernten sie künstlerische Methoden und Arbeitsbedingungen im Kontext einer Kultureinrichtung kennen – und wertschätzen.

In Zusammenarbeit zwischen erfahrenen Tänzern und Choreografen mit jungen Menschen aus verschiedenen sozialen Milieus machten auch die Künstler neue Erfahrungen. Sie leisteten Überzeugungs- und Vermittlungsarbeit, trugen ihre Erkenntnisse in die Institution hinein und gerierten das Publikum der Zukunft.


www.tanzfonds.de